Heute habe ich eine treue Begleiterin. Sie beobachtet genau, was ich arbeite.
Neugierig verfolgt sie jede Bewegung. Seit einigen Wochen haben wir eine Hofkatze, zugelaufen von irgendwo. Es scheint, der Besitzer vermisse sie nicht. Unsere eigenen Katzen sind Nutztiere. Sie jagen Mäuse, sind scheu und leben draussen. Die Neue hingegen ist zutraulich, zahm und schleicht allen um die Beine. Da sie auch vor den grossen Tieren keinerlei Berührungängste hat, setzt sie sich keck auf den Futtertisch oder flätzt sich in eine Liegeboxe. Dieses Verhalten macht die Kühe ganz narrisch. Etwas Neues, Ungewohntes, Fremdes. Sie soll weg. Weg aus dem Blickfeld, weg von ihrer Futtermischung, ihrem Stroh, ihrer Kuschelecke. Da hat es keinen Platz mehr. Schon gar nicht für eine dahergelaufene Katze. Dieses Gebaren und die Kopfnüsse gegen sie, scheinen unseren Gast nicht zu stören. Sie steht auf und lässt sich einige Meter weiter entfernt im Stroh nieder.
Wir haben Platz und werden dieser Rostigen Katze das Gastrecht gewähren, bis sie gefunden wird. Oder länger, oder für immer.