Sonntagmorgen, 22. Dezember 2024

Durzugsbetrieb. Das mussten wir uns schon immer sagen lassen.
En Durzugsbetrieb, weil es bei uns stürmt, wenn bei anderen der Wind durch die Blätter säuselt, weil es windet, wenn anderswo totale Windstille herrscht. Alles, was nicht niet-und nagelfest ist, muss angebunden werden. Früher, bei den alten Kunstoffsilos, flogen die Deckel wie Frisbee davon und mussten im Nachbarsdorf eingesammelt werden. Das hat mich geängstigt als Kind und ich verkroch mich jeweils so tief es ging unter der Decke. Auch heute ist das Scheppern der Ziegel auf dem Dach noch nicht in die top ten meiner Lieblingsgeräusche vorgedrungen. Und am meisten schaudert mich nach wie vor das Rasseln und Krachen, wenn einer dieser Ziegel aus der Verankerung gehoben wird und über das Dach runter donnert. Durzugsbetrieb. Leben am Limit, mit Wind und Wetter, der Natur ausgeliefert. Wohltuend eigentlich, wenigsten ein Gebiet, wo der Mensch noch nicht mitbestimmen kann, wo man bei KI noch kein laues Lüftchen und Sonnenschein, statt Sturmböen und Starkregen bestellen kann. Das lässt hoffen.

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